Monatsimpuls August 2025
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St. Rochus - Leiden der Zeit
Im Monat August freue ich mich über verschiedene Dinge jedes Jahr erneut:
Zum einen stehen in unserer Familie viele Geburtstage an, die aber mehr Erinnerungstage sind, sozusagen familiäre Gedenktage, da Eltern, Großeltern und andere Verwandte nicht mehr auf dieser Welt wandeln, sondern schon in der Heimat, die uns alle erwartet, eingetroffen sind.
Auf einen Termin freue ich mich ganz besonders: auf den Donnerstag der Rochuswallfahrt auf den – oh Wunder- Rochusberg bei Bingen, den Wallfahrtstag der Diakone und Ordensleute im Bistum Mainz.

Giorgone: Maria mit dem Jesuskind, Antonius von Padua, Rochus von Montpellier
Schon alleine deshalb, weil ich am 16. August geboren bin und auch von meinem Zivilberuf her eine gewisse Nähe zum großen Helfer der krankheitsgeplagten Menschen, der ihnen in Zeiten der gesundheitlichen Nöte beigestanden hat, empfinde.
Heute leben wir in einer Welt, in der durch den Fortschritt und die Medizin eine größere Sicherheit in Hinsicht auf die leibliche Gesundheit für uns gegeben ist.
Krankheiten wie die Pest spielen keine Rolle mehr, wir haben das im Griff. Natürlich sind wir nicht gegen Kranksein gefeit und von der „Unsterblichkeit“ lichtjahreweit entfernt-
Trotzdem hat sich seit den 1980er Jahren, in dieser Zeit habe ich mein Studium begonnen, vieles in der Hinsicht auf Gesundheit und Altern in Gesundheit geändert.
Dafür setzt der Zerfall nun an anderen Stellen umso frappierender ein.
Gestern hatte ich ein Gespräch zur geistlichen Begleitung mit einem Freund und Mitbruder und dieser berichtete mir, dass er eine Trauung im Sommer in einer bei Hochzeitspaaren begehrten Kirche im Rheingau vornehmen solle und regte sich darüber auf, dass er 25 min Zeit für die Zeremonie eingeräumt bekam und die Hochzeitsgesellschaft die Kirche erst 10 min vor Gottesdienstbeginn betreten dürfe.
Da fragt man sich doch, ob die katholische Kirche sich selbst und ihre Sakramente noch ernst nimmt!
Ebenso fragt man sich, warum nur zwei deutsche Bischöfe sich zur Wahl einer Richterin am Bundesverfassungsgericht positionieren, die die Menschenwürde werdenden Lebens, also eines Kindes vor seiner Geburt, in Zweifel zieht.
Man sieht also, die Leiden der heutigen Menschen sind weniger körperlich, eher seelisch, geistlich und moralisch ausgeprägt.
Uns bleibt nur, den Herrn um Menschen wie den heiligen Rochus von Montpellier zu bitten, die mitgehen, mitleiden und als Vorbilder richtungsweisend für uns sind.
Durch die Fürsprache und Leitung des Hl. Rochus hilf uns den rechten Pfad durch unser Leben zu finden!
Diakon Jörg Caprano, Mainz